Eine Weltpremiere: Das türkische Güven-Krankenhaus führte eine Operation mit einem mobilen MRT-Gerät durch
Das Güven-Krankenhaus wurde zum ersten Zentrum weltweit, das ein KI-gestütztes mobiles MRT-System während einer Operation aktiv einsetzt.
Das Güven-Krankenhaus hat ein mobiles MRT-System, das Technologie mit ultraniedrigem Magnetfeld und eine KI-gestützte Bildgebungsinfrastruktur vereint, im Operationssaal aktiv in Betrieb genommen. Das System, das insbesondere bei Gehirnoperationen eine Bildgebung während des laufenden Eingriffs ermöglicht, hat eine neue Ära in chirurgischen Prozessen eröffnet.
Prof. Dr. Hakan Emmez, Leiter der Abteilung für Gehirn- und Neurochirurgie am Ayrancı Güven-Krankenhaus, sagte, dass der Einsatz der mobilen MRT-Technologie nicht nur in der Intensivmedizin und beim Management kritischer Patienten, sondern auch während Operationen weltweit eine bemerkenswerte Entwicklung darstelle.

„Es wird zum Patienten gebracht“
Prof. Dr. Emmez erklärte, dass diese Technologie im Unterschied zu Standard-MRT-Systemen zum Patienten gebracht werden könne, und sagte:
„Bis heute haben wir den Patienten für die MRT-Bildgebung zum Gerät gebracht. Das mobile MRT-System verändert diesen Ansatz vollständig. Da es ein ultraniedriges Magnetfeld nutzt, können wir das Gerät wie ein Ultraschallsystem direkt zum Patienten bringen. Das bietet insbesondere bei Intensivpatienten, Kindern oder kritischen Fällen, bei denen ein Transport riskant ist, einen großen Vorteil.“
Emmez betonte, dass einer der wichtigsten Unterschiede des mobilen MRT-Systems darin bestehe, dass es auch bei Patienten mit Implantaten eine sichere Nutzung ermögliche. Dank des niedrigen Magnetfelds könnten viele Patienten untersucht werden, die nicht in ein klassisches MRT gehen können.

„Bei Standard-MRT-Geräten ist es aufgrund des hohen Magnetfelds nicht möglich, einige Patienten mit Implantaten abzubilden. Das mobile MRT-System bietet an dieser Stelle eine wichtige Alternative. Dank KI-gestützter Bildverarbeitungstechnologien wird der durch das niedrige Magnetfeld verursachte Qualitätsverlust weitgehend ausgeglichen. Auch wenn es nicht exakt die gleiche Qualität wie ein Standard-MRT bietet, können wir äußerst sichere, schnelle und für klinische Entscheidungsprozesse ausreichende Bilder erhalten.“
„Wir sind das erste Zentrum, das dieses System während einer Operation einsetzt“
Prof. Dr. Hakan Emmez erklärte, dass die mobile MRT-Technologie weltweit hauptsächlich für den Einsatz in der Intensivmedizin entwickelt worden sei, im Güven-Krankenhaus dieses System jedoch erstmals in chirurgische Prozesse integriert wurde.
„Diese Technologie wurde zunächst für Intensivpatienten entwickelt, die nicht zum MRT transportiert werden können. Wir haben dieses System jedoch in nahezu 30 Gehirnoperationen aktiv eingesetzt. Während der Patient noch auf dem Operationstisch liegt, können wir eine Bildgebung durchführen, ohne den Eingriff zu beenden. Wir bringen das MRT-Gerät direkt an den Kopf des Patienten, nehmen während der Operation neue Bilder auf und können in schwer sichtbaren Bereichen sofort beurteilen, ob Tumorgewebe zurückgeblieben ist. Die Ergebnisse, die wir erhalten haben, sind äußerst erfolgreich. Soweit wir wissen, sind wir weltweit das erste Zentrum, das dieses System zu Operationszwecken nutzt.“
Emmez wies darauf hin, dass das mobile MRT insbesondere bei Tumoroperationen die Operationssicherheit erhöhe und dem Chirurgen ermögliche, seine Entscheidungen während der Operation erneut zu bewerten.
„Bei einigen Gehirntumoren reicht es während der Operation nicht immer aus, zurückgebliebenes Gewebe nur anhand des Mikroskopbildes zu beurteilen. Dank des mobilen MRT erhalten wir neue Bilder, während die Operation weiterläuft. So können wir vor dem Abschluss des Eingriffs sehen, ob ein zusätzlicher Eingriff erforderlich ist. Das erhöht sowohl die chirurgische Qualität als auch die Patientensicherheit.“
Kann auch für Patienten mit Angst vor geschlossenen Räumen Vorteile bieten
Prof. Dr. Emmez erklärte, dass das mobile MRT-System auch für Patienten mit Klaustrophobie eine komfortablere Erfahrung biete.
„Bei klassischen MRT-Geräten begeben sich Patienten in einen großen, geschlossenen Tunnel. Beim mobilen MRT handelt es sich hingegen um ein kleineres System, in das nur der Kopfbereich gelegt wird. Daher kann es für Patienten mit Angst vor geschlossenen Räumen eine besser tolerierbare Struktur bieten.“
Emmez erklärte, dass das mobile MRT-System ein breites Einsatzspektrum habe, von Traumapatienten bis zu Intensivfällen, von Kindern bis zur intraoperativen Bildgebung, und sagte, dass Entwicklungen in Gesundheitstechnologien für die Patientensicherheit von entscheidender Bedeutung seien.
„Die Entwicklung im Gesundheitswesen schreitet heute weitgehend durch Technologie voran. Wichtig ist, diese Technologien am richtigen Ort und effektiv einsetzen zu können. Auch wir wollen diese Technologie im Bereich der Gehirnchirurgie in die klinische Praxis integrieren und damit Patientensicherheit und chirurgische Qualität weiter voranbringen.“
